Über uns bzw. unseren gemeinnützigen Verein "warum nicht heute e.V." gibt es zwei elektrisch unterstützte Lastenfahrräder auszuleihen, eines direkt in der Alten Mühle Gömnigk und eines in Bad Belzig.
Zur Ausleihe brauchen wir einen gültigen Lichtbild-Ausweis (wer keinen hat, kennt vielleicht Menschen die da mit einem aushelfen können), den wir uns für die Ausleihe kopieren.
Die Fahrräder wurden zum Teil mit Förderung vom Land Brandenburg angeschafft und stehen ausdrücklich der Allgemeinheit, also allen Menschen, zur Ausleihe zur Verfügung.
Wir freuen uns über alle, die das Angebot nutzen und insbesondere jede Autofahrt, die so eingespart werden kann!

Projekt Mühlenacker in Gömnigk (Brück, Mark)
Unser letztes Kennenlernen war am Sonntag, den 19.09.2021 um 14.30 Uhr, neue Termine geben wir bekannt
Wir sind das Gemeinschaftsprojekt Alte Mühle Gömnigk im Südwesten von Brandenburg. Seit sieben Jahren besteht unser Hausprojekt nach dem Modell des Mietshäuser-Syndikats. Wir betreuen unter anderem ein kleines Wasserkraftwerk und eine Solaranlage, betreiben auf 5 Hektar Waldumbau mit 14.000 Neupflanzungen alleine 2019 und organisieren im Frühjahr eine Saatgut- und Pflanzenbörse.
Unser neues Projekt ist der 7,5 Hektar große „Mühlenacker“, der zur Alten Mühle gehört. Wie überall in Brandenburg steuert er in den kommenden Jahren auf Versteppung und „Verwüstung“ zu. Wie kann der sandige „Mühlenacker“ unter dem Einfluss der Klimakrise ökologisch und sozial genutzt werden?
Hierauf sollen in den kommenden Jahren auf experimentellem Weg Antworten gefunden werden, indem auf dem „Mühlenacker“ eine gemeinschaftlich und nicht-kommerziell organisierte Projektfläche entsteht.
Für dieses große und langfristige Vorhaben suchen wir aktuell nach verbindlich interessierten Mitstreiter:innen, die idealerweise bereits eine konkrete Projektidee haben und dafür eine Fläche suchen. Was wir uns vorstellen können: Permakulturgärten, Obst- und Gemüseanbau, Sport und Bewegung, Bienenbehausung, Wasserwirtschaft, Bodenaufbau, Kompost, Kreislaufwirtschaft oder Seminar- und Workshopflächen.
Der Acker soll also zur Versuchsfläche werden und mittelfristig auch für Publikum und zur Wissensvermittlung zu Permakultur und Klimakrise geöffnet werden.
Du hast eine Projektidee, die zu uns passt und suchst nach Fläche und Mitstreiter:innen? Du kennst Personen oder Organisationen, die sich vielleicht für unsere Idee interessieren?
Hier steht das Projekt
Wir stehen ganz am Anfang. Aktuell suchen wir weitere Mitstreiter:innen, sammeln konkrete Projektideen und recherchieren Möglichkeiten, wie auf 7,5 Hektar Sandwüste in den kommenden Jahren eine fruchtbare Fläche entstehen kann.
Wen wir suchen
Verbindlich interessierte Mitstreiter:innen, idealerweise mit konkreten Projektideen und Organisationen, die uns beim Netzwerken mit potentiellen Interessierten unterstützen.
So kannst du dich bei uns einbringen
Du willst mit uns loslegen? Komm zu unserem nächsten Projekttreffen! Lerne uns kennen, erzähl uns von deinen Ideen. Du hast keine eigene Projektidee, findest uns aber unterstützenswert? Erzähle deinem Netzwerk von uns!
So kannst du dich mit uns vernetzen
Schreib uns an muehlenacker@riseup.net










Seit im Zuge der Klimakrise die Sommer immer trockener werden, leiden die Forste und Wälder enorm. So leider auch unser Kiefernforst.
Im Sommer und Herbst 2019 zeigten sich neben dem Trockenstress auch viele Schadbäume mit Sekundärschädlingen (vor allem Borkenkäfer und blauer Prachtkäfer). Um unseren bestehenden Bestand zu schützen, mussten wir auf 6 Hektar Forst etwa 500 Festmeter Holz fällen.
Da uns die Zukunft der Wälder am Herzen liegt, haben wir uns dafür entschieden einen Laubmischwald aufzuforsten und sind somit im Hinblick auf Biodiversität ein Pilotprojekt in unserer Region, welche vor allem durch Kiefermonokulturen geprägt ist. Verpflanzt wurden vor allem Birke, Hainbuche, Winterlinde, Traubeneiche, Amerikanische Eiche, Felsenbirne, Eberesche und Flatterulme. Mit viel Liebe und händischen Einsatz versuchen wir so einen nachhaltigen und zukunftsweisenden Waldumbau zu gestalten.
Zuletzt war eine 0,75 ha große Fläche von Schädlingen befallen und es gilt noch einige Flächen umzuwandeln; auch ein Jungwald aus Kiefern wird langsam durchforstet und umgebaut, aktuell auch durch Schutz von nachwachsenden jungen Eichen (sogenannte "Naturverjüngung").
Planungen und Durchführung der Projekte liegt vor allem bei der Wald-Initiative, eine Gruppe aus Menschen die am ökologischen Waldumbau interessiert sind und sowohl aus Leuten aus dem Großraum Berlin/Potsdam als auch einzelnen Bewohnenden der Alten Mühle besteht.
Einmal im Monat gibt es ein Waldwochenende, um den Waldumbau voranzubringen.
Die nächsten Termine sind:
28. und 29. Oktober 2023
11. und 12. November 2023
Bei Interesse freuen wir uns über Kontakt: wald@alte-muehle.org
Auf dem Dach des Wohnhauses ist 2011 eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 25 kWp errichtet worden. Der hier produzierte Strom wird komplett ins öffentliche Stromnetz eingespeist.
Außerdem fließt die Plane über das Mühlengelände. Ursprünglich wurde mit Hilfe der Wasserkraft mechanisch eine Kornmühle sowie ein Sägewerk betrieben. Mittlerweile wird hier mit zwei alten Francis-Schachtturbinen (von 1927!) Strom erzeugt. Die Anlage wurde 2008 restauriert und erreicht nun eine Spitzenleistung von 6 kW – nach viel Regen auch 11-12 kW. Hier wird der Strom zuerst ins Hausnetz eingespeist, der Überschuss ins öffentliche Netz weitergeleitet.
Zukunftsgarten? Waldgarten!
Der „Zukunftsgarten“ ist ein Projekt, in dem sich Menschen der Alten Mühle, aus Berlin und der Region “Hoher Fläming” theoretisch und praktisch mit Permakultur, Gruppenprozessen, nachhaltiger Landwirtschaft und der Natur selbst beschäftigen. Gemeinsam planen und bepflanzen wir eine Obstwiese nach Permakulturansätzen zu einem Nutzgarten, der nach dem Vorbild eines natürlichen Waldes aufgebaut ist.
Der Wald stellt ein enorm effizientes Ökosystem dar, das für uns Menschen aber nur begrenzt Nahrung liefert: Frühlingskräuter, Bucheckern, Pilze und eventuell die Tiere des Waldes. Der Waldrand hingegen stellt mit seinem vielfältigen Aufbau aus Bäumen, Sträuchern, Stauden und Kräutern und der Vielfalt an tierischen Bewohnern eine sehr viel ergiebigere Nahrungsressource für uns Menschen dar. Daher müsste es hier eigentlich „Waldrandgarten“ heißen: Mithilfe der Pflanzung von Baumkuppeln und Hecken werden Waldränder geschaffen.
Im Zukunftsgarten entsteht ein vieldimensionaler Anbau in Schichten aus Obstbäumen, fruchttragenden Gehölzen, Wildobst und Beerensträuchern, der mit essbaren Stauden, Kräutern und mehrjährigen Nutzpflanzen unterpflanzt wird. Wir erschaffen einen Raum großer Vielfalt und Nischen für Flora und Fauna.
Im Rahmen der Jugendinitiative „Zukunftsgarten“ haben wir, die AG Waldgarten im Mai 2012 die ersten Schritte des Waldgartenaufbaus begonnen. Das Projekt lief zunächst über 14 Monate bis Oktober 2013, wird aber auch darüber hinaus fortgeführt. Es ist offen für Mitmachende, Gestaltende und auch Menschen, die es in Zukunft fördern wollen.
Die AG Waldgarten kooperiert mit weiteren Waldgarteninitiativen, wie dem Waldgarten Allmende Verden und auch wissenschaftlichen Einrichtungen, beispielsweise Student_innen der FH Eberswalde.
Verschiedene Infotafeln begleiten das Projekt und erklären die Themen.
Trockenheit und karger Boden erschweren die Umwandlung der ausgedünnten Obstwiese zum Waldgarten; im Moment liegt der Schwerpunkt deshalb auf der Etablierung von „statthaltenden“ Pflanzen wie z.B. Weiden, die auch mit schwer erreichbarem Grundwasser klar kommen und langsam eine schattigere, feuchtere Umgebung schaffen, in der ein vielseitiger Garten florieren kann.
Zur Mühle gehören auch 7 Hektar Ackerland. Der Boden ist aber leider – typisch Brandenburg – sehr sandig und durch die landwirtschaftliche Nutzung stark degradiert. Um das zu ändern haben wir auf einer Versuchsfläche von einem Hektar ein Agroforstsystem angelegt: Baum- und Heckenreihen auf der Ackerfläche bremsen den Wind, verhindern ein Austrocknen und Bodenabtrag durch Winderosion, beschatten die Fläche und halten so Feuchtigkeit und machen durch ihre Wurzeln tiefere Bodenschichten nutzbar. Regelmäßig werden Sträucher gehäckselt und der Holzmulch auf dem Boden verteilt, um den Boden so mit Humus anzureichern. Außerdem können in den Hecken viele Tiere leben: Insekten, Kleinsäugetiere und Vögel.
Eine neue alte Idee
Erst 2019 wurde der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft gegründet und ist ein weiteres Zeichen für den Aufwind einer Landnutzung, die in den letzten Jahren zunehmend in den Vordergrund rückt – doch Bäume auf dem Feld sind keine neue Idee. Tatsächlich heißt das Flurstück des Mühlenackers im Grundbuch schon sehr lange „Die Windfänger“ und auf einem etwa 100 Jahre alten Luftbild (vom Zeppelin aus aufgenommen) sind die Wind fangenden Baumreihen auch sehr gut zu sehen.
Das neue System
Ende 2019 haben wir die erste Pflanzung für das neue Agroforstsystem durchgeführt: Über 2000 Weiden, 800 Ölweiden, 50 Italienische Erlen und 25 Esskastanien wurden gepflanzt. Dabei wird nun in den folgenden Jahren beobachtet werden, welche Pflanzen sich gut für einen sandigen Standort in Brandenburg eignen. Daraufhin kann diese Fläche als Modellfläche für weitere Agroforstsysteme dienen.
2020 haben wir schon festgestellt, dass 50cm-Stecklinge deutlich besser angewachsen sind als 20cm-Stecklinge. Außerdem ist das Freihalten der Stecklinge von Unkraut im ersten Jahr essenziell. Leider haben viele Pflanzen den Sommer 2020 nicht überlebt und wir haben im Herbst 2020 nochmal einiges nachgepflanzt und dabei auch die Vielfalt noch erhöht:
Planungen und Umsetzung beim Agroforst-Projekt geschehen durch die Agroforst-Initiative. Bei Interesse, Fragen und Anregungen freuen wir uns über Kontakt unter: agroforst@alte-muehle.org
Wer sein Unkraut liebevoll als Beikraut bezeichnet, wird von den meisten Konvi-Gärtner_innen eher belächelt. Aber hinter dem neudeutschen Terminus steht eine Überzeugung, die die Pflanzen im Territorium Garten nicht schlicht in gut und böse einteilt, sondern versucht, ähnlich wie in der wilden und ungezähmten Natur eine Diversität zu etablieren, die den Wert einer jeden Pflanze anerkennt und ihren - manchmal verborgenen - Sinn und Nutzen respektiert. So landet bei uns die Giersch nicht nur auf dem Kompost sondern auch im Salat. Und Brennesseln werden zu Pesto oder Tee weiterverarbeitet. Natürlich gehört auch auf der Mühle das Beikraut-Jähten zum Gärtern dazu, aber eben in Maßen und ohne mentale Kriegserklärung.
In unseren zwei Nutzgärten experimentieren wir mit vielfältigen Methoden und wurden u.a. von Permakultur und ökologischem Gartenbau inspiriert. Außerdem orientieren wir uns an den Prinzipien von Fruchtfolgen und Mischkultur. Der Mist unserer Hühner und benachbarten Pferde landet genauso auf den Beeten wie fermentierte Menschenippi, Holzkohle, Fingernägel und Holzmulch. Neben einjährigen Gemüsepflanzen wie Tomaten, Bohnen, Kartoffeln, rote Beete und Kürbissen versuchen wir auch nach und nach mehrjährige Pflanzen zu integrieren, darunter Rhabarber, Erdbeeren, Spargel, ewigen Kohl, (Tee-)Kräuter und diverse Beerenträucher. Besonders stolz sind wir auf unseren Folientunnel, der seit letztem Jahr fast ausschließlich mit Tröpfchenbewässerung aus Regentonnen „gegossen“ wird und uns über 200kg Tomaten beschert hat.
Ohne unserer Wwoofis aus aller Welt wäre das Experiment Garten allerdings ein nahezu gescheitertes. Deshalb gilt ihnen an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön - denn auch mit so revolutionären Ansätzen wie der Permakultur erfordert ein Garten kontinuierliche Präsenz und Hingabe.